Digitalisierung & Künstliche Intelligenz – was bringt die Zukunft?

Mythen der Digitalisierung – die Utopie hat einen Bug!

Was wird die Zukunft der Digitalisierung wohl bringen? Werden wir in hundert Jahren von Roboterbutlern bedient, die uns alle Arbeit abnehmen werden? Stellen Sie sich vor, diese Roboter werden von einem Zentralcomputer gesteuert, der lernt, Probleme von alleine zu lösen und das auch tut.

So oder so ähnlich sahen die Zukunftsvisionen von den 1950er Jahren bis noch zum Anfang dieses Jahrhunderts aus. Einige tragen sich auch heute noch mit diesen hochtönenden Vorstellungen.

Das andere Extrem sehen wir im Film „Terminator“ aus dem Jahre 1984. Ein intelligentes Computerprogramm namens Skynet übernimmt die Wafffenarsenale der Menschen und vernichtet sie bis auf ein paar einzelne Widerständler. Ein ähnliches Szenario wurde mit der 2015 erschienenen Comicverfilmung „Avengers: Age of Ultron“ wieder aufgenommen.

Mit Technik scheint alles möglich zu sein, so könnte man zumindest denken. Wie ist das aber mit der Digitalisierung? Bringt sie uns ein neues Utopia? Wo sind die Grenzen der Software? Und was bedeutet die Technik für die Menschen?

Die Grenzen der Künstlichen Intelligenz

Kann ein Computer wirklich so intelligent werden wie ein Mensch oder sogar noch intelligenter? Das fundamentale Problem an dieser Frage ist, dass niemand bisher Intelligenz abschließend und zur vollen Zufriedenheit aller definiert hat.

Wenn wir aber einmal von wissenschaftlichen Definitionen absehen, dann könnte man argumentieren, dass Computer es immerhin schaffen, Schachweltmeister zu besiegen, und Aufgaben in Sekunden lösen können, für die ein Mensch Minuten braucht.

Das ist zwar richtig, dabei missachtet man aber, wie ein Computer grundsätzlich funktioniert.

Ein kurzer Abriss über die Grundlagen der Informatik

Ein Computer unterscheidet primär zwei Dinge: Daten und Methoden. Methoden sind Anweisungen, die angeben, wie mit Daten verfahren werden soll. Daten sind zum Beispiel Wörter, Buchstaben oder Zahlen. Natürlich können Daten auch komplexer sein, aber dieses Thema würde hier zu weit führen.

Der Programmierer tut nicht mehr und nicht weniger, als dem Computer Anweisungen zu geben und hin und wieder neue Datentypen zu erstellen. Eine Anzahl von Anweisungen nennt man Algorithmus.

Zu Simulation von Intelligenz werden meistens wenn-dann-Anweisungen verwendet. Wenn zum Beispiel in einem Computerspiel eine Spielfigur auf den Spieler schießt, dann hat sie die Anweisung erhalten: „Wenn du den Spieler siehst, dann schieß auf ihn.“

Eine solche Datenverarbeitung führt natürlich nicht zu Innovationen und nur bedingt zu guten Entscheidungen. Das musste auch Microsoft feststellen. Das Unternehmen hatte einen Chat-Roboter namens Tay entwickelt. Tay war offenbar darauf programmiert, Daten von ihren Chatpartnern zu empfangen, zu verarbeiten und eigene Dinge zu posten, die ihre sozialen Kontakte akzeptieren würden. Leider hatte sie offenbar mit zu vielen Rechtsradikalen interagiert.

Der Glaube an die Technik

Die Zukunftsvisionen von der künstlichen Intelligenz, den Utopien und den Dystopien sind also milde ausgedrückt eher unrealistisch. Dennoch sind solche Ideen von perfekten Welten oder Untergangszenarien üblich für Trends in Wissenschaft und Technik.

Bereits zur Zeit der Aufklärung hieß der neue Trend Rationalismus. Die Welt sollte gemäß dieser philosophischen Richtung allein durch Logik erforschbar sein und die großen Fragen würden durch die Vernunft beantwortet werden. Der neue Aufschwung in den Naturwissenschaften nährte diese Hoffnung und die Vernunft wurde die neue Gottheit. Kein Wunder: Der Rationalismus hatte die christliche Kirche verdrängt.

Ein weiterer Trend war die Entdeckung und die Nutzung der Atomkraft. Die Utopien malten ein Bild von endlosem elektrischem Strom und die Dystopien sagten einen Untergang durch einen Atomkrieg voraus.

Eigenverantwortung und Chancen

Doch jeder Trend kommt irgendwann einmal zum Erliegen. Auch wenn die Digitalisierung kein Utopia bringt, so birgt sie auf jeden Fall wirtschaftliche Chancen. Diese Chancen wollen nur noch ergriffen werden.

Aber die digitale Welt benötigt auch viel Eigenverantwortung. Auf YouTube kann man sich Videos über kontroverse politische Themen ansehen oder Katzenvideos schauen. Jedes Werkzeug braucht einen verantwortungsbewussten Benutzer. In dem Sinne kann man sich dem Fazit des Brand Eins Magazins vom Juli nur anschließen: Der Mensch bleibt das bessere Original.

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